Ergänzung Krebsvorsorge

Prostatacheck

Der Prostatakrebs ist neben dem Lungenkrebs die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann. Jährlich erkranken in Deutschland über 60.000 Männer neu an Prostatakrebs. Das Vorkommen in der Altersgruppe der 50-75 jährigen Männer liegt bei ca. 30% und nimmt im Alter weiter zu. Die Sterblichkeit liegt ebenfalls bei ca. 30% und hat aufgrund der zunehmenden Diagnostik in den letzten 25 Jahren zugenommen, das heißt übersetzt: der diagnostizierte Krebspatient ist heute jünger.

Die Ursachen für diesen Krebs sind vielfältig. Als Risikofaktoren gelten eine familiäre Belastung mit Prostatakrebs, Alter und eine Ernährung mit vermehrt tierischem Fett und weniger sekundären Pflanzenstoffen.

Für die Prognose entscheidend ist eine frühe Erkennung im organbegrenzten Stadium. Leider lässt sich das Karzinom mit der herkömmlichen Fingeraustastung des Enddarm erst im fortgeschrittenen organüberschreitenden Stadium feststellen und ist damit oft nicht heilbar.

Durch Einführung des PSA-Wertes (PSA = prostataspezifisches Antigen) können heute fast 2/3 aller Karzinome organbegrenzt diagnostiziert werden. Es ist ein Eiweißstoff, der nahezu ausschließlich in der Prostata gebildet wird und bei verschiedenen Krankheiten wie gutartige Prostatavergrößerung oder auch Entzündungen ansteigen kann.

Neben dem absoluten PSA Wert hat sich in den letzten Jahren auch der sogenannte PSA-Anstieg je Jahr, bzw. die PSA-Dichte (PSA-Wert / Volumen der Prostata)  etabliert, um die Patienten herauszufinden, die ein frühes heilbares Stadium aufweisen und /oder engmaschig überwacht werden sollten (watch and wait).

Durch die regelmäßige ein- bis zweijährige (je nach Alter und Wert) Bestimmung des PSA-Wertes in Verbindung mit einem Ultraschall der Prostata im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung  lässt sich das Vorliegen von Prostatakrebs nach heutigem Erkenntnisstand in Grenzen gut vorhersagen bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Stanzbiopsien und unnötiger Therapien. Ein generelles Massenscreening wird nach aktueller Auswertung großer amerikanischer und europäischer Studien wegen geringer relativer Risikoreduktion (20%) und unveränderter Gesamtsterblichkeit zwar nicht von allen Fachgesellschaften empfohlen, ein individuelles Screening nach vorheriger Aufklärung insbesondere bei Risikopatienten (familiäre Belastung) bleibt in jedem Falle sinnvoll.

Gleichzeitig kann auch ihr Risiko für einen Blasenkrebs mittels Urintest untersucht werden. (Raucher!)

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

  • Urinuntersuchung
  • Blutabnahme (nicht nüchtern)
  • körperliche Untersuchung mit Austasten des Enddarms
  • Sonographie der Blase und der Prostata
  • Besprechung der Ergebnisse

Hier finden sie Unterlagen zur Untersuchung, die Sie ausdrucken und ausgefüllt mitbringen können: Fragebogen zum Wasserlassen Mann

Ergänzung zur Darmkrebsvorsorge

Im Rahmen der Darmkrebsvorsorge wird mit Hilfe eines Testbriefchens auf verstecktes Blut im Stuhl als Hinweis auf Vorliegen einer Darmkrebserkrankung gesucht. Dieser Test wird seit Jahrzehnten unverändert als Guajak basierter Test (gFOBT) durchgeführt und weist kleinere, nicht sichtbare Spuren von Blut nach. Leider ist dieser Test anfällig für Störungen durch Nahrungsbestandteile und tierisches Fremdeiweiß.

Seit einigen Jahren besteht nun die Möglichkeit speziell menschliches Blut nachzuweisen. Dabei handelt es sich um ein immunologisches Testverfahren (iFOBT), welcher eine höhere Genauigkeit bezüglich des Nachweis von menschlichem Blut besitzt. Sie erhöhen damit die Sicherheit für den Ausschluss einer Dickdarmkrebserkrankung. Unabhängig vom Testverfahren wird bei positivem Test eine Dickdarmspiegelung empfohlen.

Wir freuen uns Ihnen diesen Test kostengünstig anbieten zu können. Er wird (noch) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Wie läuft die Untersuchung ab?

  • Ausgabe des IFOBT Teströhrchen mit Anleitung
  • Einbringen einer kleinen Stuhlprobe durch den Patienten
  • Abgabe in der Praxis mit Auswertung und Besprechung